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So hat sich der Grabner Riverstar auf dem Yukon bewährt

Mit einem Luftboot aus Kautschuk den Yukon hinunter zu paddeln, ist eher ungewöhnlich. Mit unserem Grabner Riverstar ist es unseres Wissens noch nie versucht worden. Umso spannender nach den ersten 1000 Kilometern auf dem Yukon deswegen eine Zwischenbilanz. Wie hat uns das Boot bisher über den Fluss gebracht, wo zeigen sich Probleme? Und um es vorwegzunehmen: Ein Problem hat just heute dazu geführt, dass wir eine Reparatur samt erzwungenem Pausentag machen müssen.

Unsere Erfahrungen mit dem Grabner Riverstar

PRO

  • Material: Die teilweise starke Strömung hat uns schon häufiger über Steine und Äste getrieben. Dennoch ist der Bootsrumpf bisher unversehrt geblieben, es gibt nur minimale Kratzer. Die Bootshaut macht generell einen robusten Eindruck.
  • Fahreigenschaft: Durch seine Länge und den kielähnlichen Aufbau des Rumpfes ist die Geradeauslaufeigenschaft des Grabner Riverstar sehr gut.
  • Seegängigkeit: Trotz sehr hoher bis grenzwertiger Beladung ist der Riverstar weiterhin sehr seegängig. Bei aufkommenden Wellen bis 70 Zentimetern sowie hinzukommendem Seitenwind und plötzlich auftretenden extremen Strudeln ist das Boot wenig windanfällig und extrem kippstabil.

CONTRA

  • Persenning: Sie macht grundsätzlich einen guten Eindruck, da man sie an seine Bedürfnisse anpassen kann. Allerdings ist die von Grabner gelieferte Persenning keinesfalls expeditionstauglich. Hier haben wir im Vorfeld zusätzliche Halterungen an jede mögliche Öse alle zehn Zentimeter anbringen lassen. Ein weiterer Nachteil hat sich für uns just heute gezeigt: An fünf Stellen hat sich der auf die Persenning aufgeklebte Spritzschutzring gelöst. Somit lief das Wasser beim heutigen Starkregen ungehindert ins Boot und in die Hose; die gute Laune von Jan-Philipp sank mit jedem einlaufendem Milliliter.
    Wir haben die Persenning deswegen hier in der Wildnis Alaskas bei Regen und Kies- und Sandboden vollständig demontiert und unsere größte Peli-Kiste zur Werkbank umfunktioniert. Anschließend haben wir versucht, mit dem Grabner-Werkstattkleber alles wieder fachgerecht zu verkleben. Highlight: Kontinuierlicher Anpressdruck mittels Treibholz und Steine.
  • Ruderanlage: Von der Größe her ist die Ruderanlage sehr gut proportioniert, um das Boot auch bei Wind- und Wellengang und starker Beladung sicher manövrieren zu können. Allerdings hat sich vor wenigen Tagen die Montagestange des Ruders bei Windstärke 6 Böen 8 gelöst, Wellenhöhe 60 Zentimeter. Nur dank maximalem Kraftaufwand haben wir das rettende Ufer trotz ausgefallener Ruderanlage und querkommenden Wellen erreicht. Nachdem wir die Montagestange wieder angebracht haben, konnte die Reise weitergehen.
  • Sitzkomfort: Der Steuermann hat keinen Grund zur Klage. Gerade für den Schlagmann allerdings mit 1,84 Meter sind die Platzverhältnisse im Beinbereich bei montierter Persenning äußerst überschaubar. Nach mehreren Stunden stellt sich ein extremer Knie- und Beinschmerz ein, der nur durch eine ausgefeilte Umlagerungschoreographie in Grenzen gehalten werden kann. Das Problem ist schlicht die zu geringe Beinfreiheit. Das ganze ist für Philipp als Schlagmann wenig vergnügungssteuerpflichtig, und Steuermann Jan-Philipp vermutet wegen der Lagerungsbewegungen jedes Mal einen unfreiwilligen Kontakt mit Treibholz.

Update, 14. Juli: Wir haben die Persenning in Fort Yukon ein zweites Mal kleben müssen. Außerdem ist der wasserdichte Reißverschluss der Hecktasche jetzt nach vielleicht 100 Verwendungen endgültig hinüber. Leider aus unserer Sicht Armutszeugnis für Grabner, wir werden die Firma anschreiben und ihr Statement hier dokumentieren.

Update, 27. August: Wir haben mittlerweile intensiven Austausch mit dem Firmeninhaber von Grabner gehabt. Insgesamt hat sich das Grabner-Boot auf dem Yukon auf den 3200 Kilometern bis zur Beringsee sehr bewährt, wir haben uns gut und sicher gefühlt und konnten uns auch den teilweise extremen Bedingungen aussetzen.

Als Kritikpunkte bleiben:

  • Dass sich die Süllrandverklebung nach wenigen Tagen und mehrfach bei Hitze gelöst hat, solche Bedingungen herrschen teilweise auch bei einer normalen Tour.
  • Dass die Bug- und Hecktaschen schon nach wenigen Tagen gehakt haben und nach Sandkontakt hinüber waren. Wer seine Tour in sandige Regionen wagen sollte, wäre mit Rolltaschen a la Ortlieb vermutlich besser bedient.
  • Dass die Haltegriffe an Bug und Heck sich irgendwann langsam ablösen, hier wäre eine stärkere Befestigung wie beim Adventure wünschenswert. Dass der Haltestift der Ruderanlage sich öfter mal löst und man ihn wieder festdrücken muss.

Fazit: Jeder, der mit dem Grabner Riverstar eine große Tour machen will, sollte sich mit der Firma Grabner in Verbindung setzen. Auch wir haben uns von der Firma Zölzer Spritzschutzdecken und Persenning expeditionstauglich anfertigen lassen. Wer bereit ist, diese Investition zu tätigen, hat am Ende ein sehr gutes und auch für extremere Bedingungen taugliches Boot.

Yukon, wir kommen!

Yukon, wir kommen!

22.35 Uhr deutscher Zeit, jetzt geht es wirklich los! Die Rettungswesten sind mit SOS-Transponder, Feuerzeugen und Geld gepackt, die Bug- und Hecktaschen bis zum
letzten Kubikzentimeter ausgenutzt. Und unsere bärensicheren Peli-Kisten sind voll mit weiterer Ausrüstung, Elektronik und Lebensmitteln. Und wir selbst, wir fühlen uns gut vorbereitet und sind sehr gespannt, was uns auf dem Yukon erwartet.

Herzlichen Dank übrigens noch einmal an alle, die uns auf so vielfältige Weise unterstützt und die Daumen gedrückt haben. Danke!

Ab sofort werden die Fotos hier zur Ausnahme, da wir nur noch über unser Iridium-Satellitentelefon bloggen können. Wir wollen aber dennoch regelmäßig darüber schreiben, was wir auf unserer Tour durch die kanadische Wildnis erleben. Und zusätzlich gibt es ja die Google-Inreach-Karte (Passwort y15), wo wir täglich unseren aktuellen Standort per GPS markieren.

Auf dem Foto sieht man übrigens Josie und Ricky, die uns fantastisch unterstützt haben. Josie and Ricky, You are the best!

Vor einem Jahr bei unseren ersten Vorbereitungen war die Flussreise noch sehr weit weg. Doch nun, da heißt es tatsächlich: Leinen los!


English summary: After one year of preparation, the Yukon moment is here. We stand at the riverside, with all of our equipment from boat and solar panel to pelican cases and food. Thank you so much Ricky and Josie for support, it was such a pleasure! Although we don’t really know what will happen on the trip, we feel well prepared and are looking forward to our Yukon experience. From now on, we will blog from time to time via satellite phone. You are also warmly invited to follow our itinerary via Delormes Inreach-Map (Password: y15). Now: Cast off! The Yukon River is waiting for us.

Die boot 2015 in Düsseldorf: Eine kleine Messe-Nachlese

Die boot 2015 in Düsseldorf: Eine kleine Messe-Nachlese

Was ist der Anlaufpunkt schlechthin für den Wassersport in Deutschland? Natürlich die „boot“ in Düsseldorf. Vergangenes Wochenende haben wir uns dort acht Stunden lang umgesehen. Angesichts der 17 Hallen und 1.741 Aussteller war es kein leichtes Unterfangen, dort für unsere Yukon-Tour an alle richtigen Ansprechpartner und Informationen zu kommen. Hier einige spannende Schnipsel als Messe-Nachlese, womit wir uns beschäftigt und wen wir getroffen haben.

Gelbe Schwimmleinen

Eine Schwimmleine ist eine Leine, die schwimmt. Soweit nicht überraschend. Wir sind aber überzeugt, dass wir mit jeweils 15 Metern längere Leinen als unsere bisherigen brauchen, um unser Boot bei schwierigeren Bedingungen festmachen zu können. Beispielsweise dann, wenn der nächste Baum oder Stein weit weg ist. Falls wir kentern sollten, können wir die Schwimmleinen außerdem besser greifen und das Boot ans Ufer ziehen.

Mit Holzboot über den Yukon

Im vergangenen Jahr haben wir sie kennengelernt, jetzt waren sie erneut da: Manfred Schröter und Joachim Kreuzer. Die beiden haben mit ihrem „New Historical Adventure“ ein Wahnsinns-Abenteuer hinter sich: Sie sind mit einem selbstkonstruierten Holzboot und in Pelzhändler-Kluft über den Yukon gefahren (wir haben im April schon einmal darüber geschrieben). Es war toll, die beiden wiederzutreffen. Und nebenbei haben wir uns über viele praktische Dinge ausgetauscht.

Außerdem haben wir die Gelegenheit beim Schopfe ergriffen, das Aufnahmegerät zu zücken und mit den beiden ein Gespräch zu führen. Über ihre Erlebnisse, die Höhepunkte der Tour und vieles mehr. Hört mal rein – und entschuldigt die optimierbare Tonqualität, die Messehalle war voll und laut. 🙂

Survival-Kit

Dass wir unser Satellitengerät Inreach Explorer immer am Mann und in der Rettungsweste haben wollen, ist sowieso klar. Nun haben wir unseren Plan noch erweitert: In den großen Taschen unserer Palm Kaikoura-Westen sollte auch immer ein Kit zum Entzünden eines Lagerfeuers sein. Denn wenn wir wirklich einmal ausgekühlt sein sollten, ist schnelle Wärme wünschenswert und notwendig. Darüber hinaus wollen wir eine kleine wasserdichte Kiste mit dem Notwendigsten packen. So haben wir im Fall der Fälle zumindest den Reisepass mit dem hart erkämpften Visum, die Flugtickets und ähnliches bei uns.

Titan-Töpfe

Wegen der durchschnittlichen Beladungsmöglichkeit unseres Grabner Riverstar versuchen wir, an jeder Ecke an Gewicht zu sparen. Gusseiserne Töpfe schieden deswegen von vornhinein aus. Und da Aluminium alzheimerauslösend sein soll, wollten wir damit bei so vielen Kochvorgängen auch nicht in die Wertung gehen. Am Ende blieben Titan-Töpfe übrig, die wir schließlich nicht auf der Messe, sondern bei Amazon gekauft haben. Der 5,8-Liter-Topf von Evernew kostet schlanke 160 Euro plus 30 Euro Zollgebühren, hat uns aber überzeugt. Vom Lagerfeuer-Test haben wir direkt ein kurzes Video gemacht. PS: Der Topf muss immer von Flammen umgeben sein, sonst wartet man sich einen Wolf…

Action-Kameras

Dass wir unsere Yukon-Tour angemessen dokumentieren wollen, dürftet Ihr anhand der Existenz dieses Blogs bemerkt haben. Auf der boot waren nun mehrere Action-Cam-Hersteller vertreten, darunter GoPro und Rollei. Insgesamt waren wir von der Halle mit der „Water Pixel World“ aber enttäuscht, da sie auf wenige Stände beschränkt war. Inhaltlich überzeugt hat uns GoPro, die mit ihrer aktuellen Cam-Version Hero 4 vor Ort waren. Full HD, tolle Bilder, wasserdicht, Floater, verschiedene Befestigungssysteme und eine hervorragende Beratung. Am Ende wird es jetzt aber wohl doch eine andere Action-Cam werden, dazu bald mehr.

Ausrüstung für Regen

Natürlich haben wir auch beim Essener Bootsspezialisten Zölzer vorbeigeschaut. Immerhin sind deren Mannen in diesen Tagen dabei, uns Persenning und Spritzschutzdecken für unser Grabner-Boot hoffentlich liebevoll anzufertigen. Wir haben auch gleich noch Hallo gesagt zu Firmengründer Heinz Zölzer. Außerdem haben wir dort unter anderem Neopren-Handschuhe sowie quietschbunte Südwester für stark anhaltenden Regen gekauft. Erfreuliche Bilanz: die Ausrüstung komplettiert sich so langsam.

+++ Unser Messe-Fazit der boot 2015 +++

Zahlen des Tages:

11.234 gemachte Schritte auf dem Messegelände (laut iPhone-Messung). 10,36 Euro für Haribo-Frösche, süße Himbeeren und Schokoladenstückchen. 1 leckeren Kaffee am Stand von Manfred und Joachim.

Fehler des Tages:

Wie schon im Vorjahr kaum etwas zu essen und zu trinken eingepackt zu haben. Und dann vor lauter interessanten Gesprächen wieder völlig zu dehydrieren. Danke an die Raststätte bei Köln für die nächtliche Aufpäppelung…

Offene Frage des Tages:

Wieso bezahlt man satte 20 Euro Eintritt für eine Messe, bei der es vor allem um den Verkauf von Produkten geht?

Beantwortete offene Frage des Tages:

Weil man nirgendwo sonst auf so engem Raum eine so unfassbare Vielzahl an Informationen, Ausrüstungsteilen und Ansprechpartnern findet.

FOTOS: YUKON2015.DE (1), BOOT DÜSSELDORF (1)

 

 

 

Last week, we paid a visit to the world’s largest boat trade fair based in Duesseldorf. We had numerous aspects on our To-do lists such as fish hooks, neoprene gloves, swimming boat ropes, rain gear and action cams. The day at the „boot“ was a full success as there is probably no place one earth where you can find so many exhibitors and so many different water sports related topics. We bought some pieces of equipment and also stopped by on this day at some shops and spoke to people we already know. You can find the website of the boot trade fair here, if you like.


Zölzer in Essen: Zu Besuch bei den Experten für Boote

Mission: Persenning

Zölzer in Essen: Zu Besuch bei den Experten für Boote

Unmöglich, völlig unmöglich! An Deutlichkeit lassen seine Worte nichts zu wünschen übrig. Dabei wollen wir doch bei Heinz Zölzer wichtiges Bootszubehör für unser Grabner-Kajak maßanfertigen lassen. Denn ohne verlässliche Persenning und Spritzdecken werden wir im schlimmsten Fall nicht nur bei Regen nass, sondern laufen voll mit Wasser. Wir reden vom Yukon, von vielen Wochen Tour mitsamt Ladungskisten und besonderen Anforderungen. Und letztere sind mal wieder dergestalt, dass selbst Hersteller Grabner die Segel streichen musste und uns an die Firma Zölzer verwiesen hat.

Die Firma Zölzer also. Gelegen im Essener Stadtteil Kupferdreh, den man wohlwollend als ruhrgebietstypisch bezeichnen kann. Doch beiseite mit den Äußerlichkeiten, wir sind wegen des ausgewiesenen Boots-Know-Hows hier. Wir stehen mit Heinz Zölzer und Frau Bauer zusammen – er eine Koryphäe im Bootsbereich, sie die Fachfrau für das Textile. Also zählen wir auf, was wir benötigen. Für den ungenutzten dritten Sitzplatz im Kajak beispielsweise einen verschließbaren Schacht für unsere Peli-Kisten. Dieser soll in die Persenning, eine Art aufziehbares Plastik-Verdeck, integriert werden. Dass diese Kisten-Konstruktion grundsätzlich kentersicher ist, haben wir ja im Herbst bei einem Härtetest auf dem Edersee festgestellt. Nun muss sie noch wassergeschützt gemacht werden.

Vorweihnachtliche Wunschliste. Von Grabner gibt es außerdem eine ansteckbare Rückenstütze, die auf längeren Touren eine Wohltat ist. Doch irgendwie hat bei den Österreichern keiner daran gedacht, dass die Kombination Rückenstütze + Spritzdecke + Rettungsweste nicht funktioniert. Und ob wir den Wellen sagen können, dass sie sich bitte zurückhalten sollen? Also, Arbeitsauftrag an Zölzer: Persenning und Spritzschutz schneidern. Mit noch einigen weiteren Anpassungen, damit unser Boot für die Bedingungen auf dem Yukon gerüstet ist.

Und dann fällt das Urteil. Völlig unmöglich, das ist die erste Reaktion von Heinz Zölzer ob unserer nautischen Wunschliste. Und ist Auftakt für eine einstündige Diskussion. Wir debattieren verschiedene Lösungen, wobei beispielsweise unsere rechteckigen Peli-Kisten mit der oval ausgeschnittenen Persenning kollidieren. Wasserdichter Reißverschluss? Kaminlösung? Welches Material, welche Konstruktion? Allen rauchen die Köpfe.

Leinen Los! Aus völlig unmöglich wird zu guter Letzt bei Textil-Expertin Bauer ein optimistischeres „das meiste wird sich umsetzen lassen“. Und bei einigen Wünschen könnte das Ergebnis nicht optimal werden, aber tauglich. Ende Januar sehen wir uns also wieder in Essen (Google-Karte), dann will Zölzer die Spritzschutzdecke fertig haben. Und dann können wir eine erste Test-Tour mit weitgehend vollständigem Equipment wagen. Noch ein knappes halbes Jahr…
FOTOS: YUKON2015.DE

 

As perfect as the Grabner kayak already meets our purposes, our boat cover is not yet sufficient. It has to withstand higher waves and rain, furthermore it has to offer some sort of a waterproof plastic scuttle for our pelican cases in the mid-ship area. Therefore, we paid a visit to boat specialist Zölzer in the Ruhr district. They will customize a boat cover for the Riverstar kayak with expedition capabilities. Apart from that, we try to get splash guards which we can use with our PFDs. Now, the people at Zölzer have a lot of work. And we are looking forward to the end of January when everything’s should be completed.


  • (C)2014 YUKON2015.de

    Unser Boot, mit 370 Kilo beladen.

  • (C)2014 YUKON2015.de

    Unser Boot, mit 370 Kilo beladen.

  • (C)2014 YUKON2015.de

    Peli-Kisten mit Sandsäcken.

  • (C)2014 YUKON2015.de

    Und sie schwimmen!

  • (C)2014 YUKON2015.de

    Lego-Indianer im Frachtabteil.

  • (C)2014 YUKON2015.de

    Ungewohnte Perspektive.

  • (C)2014 YUKON2015.de

    Kenter-Test: Erfolgreich.

Kentern will gelernt sein

Wir bewegen unsere Oberkörper nach rechts und dann wieder nach links, immer stärker und schneller. Aber dieses Kajak will einfach nicht umkippen! Schließlich lehnen wir uns mit vereinten Kräften steuerbords, und dann, endlich: Unser Boot kentert und wir fallen ins Wasser. Wir sind auf dem Edersee, um das Verhalten unseres Grabner Riverstar-Kajaks bei großer Beladung zu testen. Und um zu schauen, wie wir unser Boot und uns im Fall der Fälle wieder sicher ans Ufer bringen können. Das ganze im Jahr 2015 bei zügig fließendem Yukon, breitem Flusslauf und einer wenig kommoden Wassertemperatur von fünf Grad Celsius.

Beladen jenseits der Schmerzgrenze. Für unseren Test haben wir die maximale Zuladung unseres Kajaks sehr kreativ ausgelegt. Und zwar mit genau den Peli-Ladekisten, die wir nächstes Jahr auf der Yukon-Tour mit Ausrüstung und Lebensmitteln befüllen werden. Da wir das endgültige Equipment noch nicht zusammen haben, sind wir mit Sandsäcken in die Wertung gegangen. Das Ergebnis unserer unbestechlichen Gewichtsmessung zeigt: mit uns Bootsinsassen sind es 370 Kilogramm; zugelassen ist das Riverstar XXL für 50 Kilogramm weniger. Das Boot lag damit zwar tiefer im Wasser als gewohnt, aber war selbst so stark beladen nur schwer zur Kenterung zu bringen.

Wasser an der falschen Stelle. Als das Projekt Test-Kenterung schließlich gelingt und wir mit Kleidung und Schuhen im Wasser landen, können wir zur Bootsmitte schwimmen. Anschließend richten wir den um 120 Grad gekippten Riverstar wieder auf. Nicht gerade ein Kinderspiel wegen des anderen Schwerpunkts, aber zu zweit allemal machbar. Die festgezurrten Peli-Kisten und die Bug- und Hecktaschen bleiben sogar an Ort und Stelle. Und das Wasser, das bei der Aktion ins Boot gelaufen ist, befördern wir mit einer Lenspumpe wieder hinaus. Schließlich können wir das Kajak sicher an Land bringen.

Leichtmatrosen im kenternden Boot. Nicht auf unserer Tagesordnung stand allerdings die Verunsicherung zufälliger Augenzeugen am Ufer. Wir sind uns sicher, nach diesem Tag in unzähligen Erlebnisberichten von Senioren vorzukommen. Variante eins: „Zwei Leichtmatrosen, die zwanzig Meter vom Ufer entfernt im stillen Wasser ihr Boot nicht im Griff hatten und kenterten.“ Zweite Variante: „Zwei Bekloppte, die aus unerfindlichen Gründen unbedingt ihr Boot versenken wollten.“ Sagen wir es mal so: es sei ihnen gegönnt. Denn wir waten am Ende zwar nass wie die Biber, aber mit einer Sorge weniger und viel Zuversicht wieder aus dem Edersee.

FOTOS: YUKON2015.DE

 
  • yukon2015blog_20140519_baeren_peli1

    Transportkoffer in unserem Kajak…

  • yukon2015blog_20140519_baeren_peli2

    … die extrem stabil, aber auch schwer sind.

  • yukon2015blog_20140519_baeren_peli3

    Passen sie vielleicht so am besten hinein?

  • yukon2015blog_20140519_baeren_peli4

    Oder doch eher so?

  • yukon2015blog_20140519_baeren_peli5

    Unser Maskottchen hält Wache.

  • yukon2015blog_20140519_baeren_peli6

    Und wir würden eigentlich gerne gleich losfahren.

Wegen der Bären nach Berlin

Wir sind frühmorgens bis nach Berlin gefahren, und das nur wegen der Bären. Diese grimmig dreinblickenden Wappentiere der Hauptstadt haben wir dabei links liegen lassen, denn wir wollen uns am Yukon für die echten Bären dieser Welt wappnen. Dummerweise können die Grizzlys sehr gut riechen und schauen dann gerne mal neugierig am Zelt vorbei. Und da auf unserer Tour nur Bären in der Ferne gute Bären sind, wollen wir dieser Devise mithilfe von geruchsdichten Transportkoffern lieber Nachdruck verleihen.

Unsere quaderförmigen Lebensversicherungen kommen von der Firma Peli, und in Berlin gibt es einen Laden für diese Kisten. Die speziellen Boxen kann man sogar mit dem Land Rover überfahren, in Wüstensand einbuddeln oder mit ihnen schwimmen gehen. Alle drei Dinge stehen zwar nicht gerade weit oben auf unserer Tagesordnung, aber die vielen Expeditionswochen werden schon so manchen Stresstest mit sich bringen.

Also haben wir an dem Tag einfach mal unser Sechs-Meter-Kajak neben dem Laden aufgebaut. Und so akribisch herumgepuzzelt, dass auch Verkäuferin Claudia gut zu tun hatte. Denn die Transportkoffer gibt es in groß, klein, flach, dick, hoch und tief. Aber welche sind die richtigen, wie passen sie am besten ins Boot zwischen die Sitze, wie können wir sie befestigen – und was von der Ausrüstung kann wo hinein? Damit kann man sich eine Weile beschäftigen.

Nach drei Stunden hatten wir einen Plan mit insgesamt sieben Boxen, und den werden wir jetzt verfeinern und im Herbst auf einer Tour ausprobieren. Doch wir freuen uns schon jetzt auf nächstes Jahr, wenn wir mit unserem kleinen Containerschiff den Yukon entlang schippern – und dabei sicher so manche Blicke auf uns ziehen werden. Es müssen ja nicht gerade die eines Bären sein.

ALLE FOTOS: YUKON2015.DE
 

Das Boot muss an Bord

Condor und ein Gewichtsproblem

Das Boot muss an Bord

Womit beschäftigen wir uns eigentlich so viele Monate vor unserer Yukon-Tour? Nun, ganz aktuell vor allem damit, einen nicht ganz unwichtigen Gegenstand namens Boot überhaupt bis nach Kanada zu bekommen. Und da haben wir gerade ein gewichtiges Problem. Denn unser Kajak besteht zwar nur aus Luft und Kautschuk, aber es sind eben 34 Kilogramm Luft und Kautschuk. Und Condor hat uns jetzt endgültig mitgeteilt, dass das für den Transport schlicht zu viel ist.

Es scheitert genau genommen an luftigen 2.000 Gramm. Denn wie uns Condor und auch seine Abteilung „Sonderreservierung“ nach handgestoppten sieben Mails eröffnen, dürften wir sogar sehr gerne ein Boot transportieren. Aber eben nur, solange es höchstens 32 Kilo schwer ist. Darüber hinaus helfe kein Augenaufschlag dieser Welt (wir hätten sogar geübt). Schließlich verweist Condor auf den Arbeitsschutz, und dann an eine weitere Firma namens Leisure Cargo. Doch drücken wir es diplomatisch aus: dort arbeiten zwar „echte Luftfracht-Management-Experten“. Doch sie sind bislang keine Experten darin, auf Kontaktanfragen zu reagieren.

Bleiben uns vorerst noch die DHLs dieser Welt. Eine Anfrage ergibt allerdings, dass die Logistiker für unser Kajak gerne tiefenentspannte 650 Euro hätten. Pro Flugrichtung, versteht sich. Auch keinen Deut besser ist der ernsthaft unterbreitete Vorschlag von UPS, unsere Ladung doch vor dem Versand einfach in zwei Teile aufzuteilen.

Wir recherchieren dann mal weiter.

Nachtrag, 16. Mai: Mittlerweile haben wir Leisure Cargo erreichen können. Diese Firma bietet ihre Dienstleistungen aber gar nicht für Privatpersonen an. Wieso Condor uns dennoch dorthin verwiesen hat, kann sich niemand so recht erklären.

FOTO: CURIMEDIA, FLICKR, CC BY 2.0

 

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